Prof. Dr. Nadine Kammerlander, Vorsitzende des Zukunftsrats Nachhaltige Entwicklung Rheinland-Pfalz, erklärt: „Die Stellungnahme macht deutlich, dass die technische Machbarkeit einer hochwertigen Kreislaufwirtschaft bewiesen ist, bei Kunststoffen ebenso wie bei Baustoffen. Doch zwischen dem, was möglich ist, und dem, was tatsächlich umgesetzt wird, klafft noch eine große Lücke. Was jetzt fehlt, sind konsequente politische und wirtschaftliche Anreize. Außerdem spielt Bildung eine Schlüsselrolle. Nur wenn die Prinzipien der Ressourcenschonung in allen Bildungsbereichen verankert werden, können wir die notwendige Transformation voranbringen. Der Zukunftsrat appelliert an Politik und Wirtschaft, diese Herausforderung gemeinsam anzugehen."
In Rheinland-Pfalz gibt es bereits gute Beispiele für klimafreundliches Wirtschaften. Unternehmen wie Werner & Mertz aus Mainz zeigen mit ihrer Recyclat-Initiative, dass hochwertige Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen gelingen kann. Das Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau und der Einsatz von Recycling-Beton beim Neubau des Landesuntersuchungsamtes in Koblenz setzen auch im Bausektor Akzente. Gerade dieser Sektor ist zentral für die Erreichung der Klimaziele des Landes. Bei neuen Wohngebäuden liegt der Holzbauanteil mit 29,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 24,1 Prozent. Als waldreiches Bundesland bietet Rheinland-Pfalz sehr gute Voraussetzungen für den Einsatz nachwachsender Baustoffe.
Prof. Dr. Klaus Helling, stellvertretender Vorsitzende des Rats, der gemeinsam mit Reinhard Schneider federführend an der Stellungnahme beteiligt war, führt aus: “Der Zukunftsrat sieht politischen Handlungsbedarf auf allen Ebenen. Auf Bundesebene etwa sollte Kreislaufwirtschaft eine größere Rolle spielen. Denn die Recyclingquote bei Plastik sinkt, und recyclingfähige Kunststoffe aus dem Gelben Sack werden viel zu häufig immer noch verbrannt. Recycling-Beton kommt bisher nur in Pilotprojekten zum Einsatz, hier braucht es verbindliche Anreize und Standards. Auch die Potenziale nachhaltiger Baustoffe wie Holz und Lehm sollten auch in Rheinland-Pfalz stärker genutzt werden.”
Hintergrund:
Der Zukunftsrat Nachhaltige Entwicklung Rheinland-Pfalz wird vom Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz berufen und ist in seiner Tätigkeit unabhängig. Er unterstützt und befördert die Umsetzung der Agenda 2030 und der globalen Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen in Rheinland-Pfalz. Dazu stärkt er den gesellschaftlichen Dialog zu nachhaltiger Entwicklung in Rheinland-Pfalz, trägt zur Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes bei und bezieht Stellung zu Fragen nachhaltiger Entwicklung. Dabei sind die Expertise und Erfahrung der Ratsmitglieder zentral. Gleichzeitig nimmt der Zukunftsrat gesellschaftliche Impulse auf, führt sie zusammen und lässt sie in seine Empfehlungen einfließen.








